Blumengraffiti

Blumen Graffiti nenne ich meine Markierungen mit heimischen Wildblumen im öffentlichen Raum der Stadt. Durch Säen um Alleebäume, Brachnischen und Bahnborde schaffe ich florale Interventionen seit 1984.

Subversiver Gärtner (reformiert. 14.Mai2010)

22.05.2010 | Blumengraffiti | Presse

"Er bringt Blumen in die Stadt" Porträt im Kirchenbote/ Kanton Zürich

von Daniela Schwegler

Maurice Maggi (54), zuversichtlich unterwegs mit seinen Samen (Bild: Liliane Géraud)

Der Blumen-Anarchist, der die Stadt verschönert Zürich/ Maurice Maggi streut in der Stadt Blumensamen aus. Und er freut sich, wenn die heimlich gesäte Saat bunt erblüht.

«Als ich begann, meine Blumen zu säen, herrschte in Zürich, auch im Gartenbereich, eine strenge zwinglianische Ordnung», erinnert sich Maurice Maggi. «Es durfte nirgends etwas Grünes wachsen, wenn es nicht in einem Beetchen seinen Platz hatte. Mich reizte es, das zu durchbrechen.» So zog er 1984 erstmals in einer Nacht los und streute heimlich Malvensamen an Strassenränder, Hausecken und in kleine Nischen.

Farbe im Grau. Die Pflanzen gediehen. Und die Zürcher Stadtgärtner kamen in Verlegenheit. Sollten sie die prächtigen Blumen ausreissen? Oder waren sie bewusst gepflanzt? Die Gärtner liessen die Blumen stehen. So erhellten sie trostlose Winkel in der Stadt Zürich. «Eingrenzungen haben mich immer gestört», erklärt der Blumen-Anarchist Maggi, der sich nie richtig in die Strukturen der Gesellschaft einfügen konnte. «Ich brauche Platz und Freiheit. Meine Blumeninterventionen finden ja auch im Subversiven und Illegalen statt.» Wenn er von seinen heimlichen Aussaaten erzählt, umspielt ein schelmisches Lächeln seinen Mund. Die Freude an seinem Tun steht ihm ins spitzbübische Gesicht geschrieben.

Grüner Widerstand. Mit seinen versteckten Aussaaten steht Maurice Maggi nicht alleine da. Weltweit, in London, Berlin und New York, verschönern sogenannte Guerilla Gardeners die Städte durch solche Aktionen. Als Guerillagärtner bezeichnen sie sich deshalb, weil sie in den Grossstädten Widerstand markieren – so wie die Guerillakämpfer im Dschungel: im Verborgenen und mit Überraschungsaktionen.

Freude wächst. «Mich freut es, wenn Menschen an meinen Blumen vorübergehen und sich verwundert fragen, wie diese Malve, dieser Mohn oder diese Wegwarte hierhergekommen ist», sagt Maurice Maggi. Aber er will nicht nur das Auge und das Herz der Menschen erfreuen, sondern sie auch zum Nachdenken anregen: «Sie sollen sich fragen: Warum passiert das gerade hier, mitten in der Stadt, dass plötzlich eine Wildnis wächst?»

Poesie blüht. Was einst als politischer Protest gegen das puritanisch städtische Pflegekonzept begann, hat sich für Maurice Maggi immer mehr zu einer poetisch künstlerischen Tätigkeit entwickelt. Blumengraffiti nennt er seine florale Kunst heute. Verändert hat sich auch das Ausmass seiner Aktionen. Aus den einst punktuellen Interventionen an trostlosen Orten und in unbeachteten Nischen ist heute ein ganzes Netz aus Wildblumen geworden, das die Stadt überzieht. Geld verdient der gelernte Landschaftsgärtner keines mit seiner Blütenkunst. Den Lebensunterhalt verdient er sich als Koch – mit seinem Traumberuf, von dem man ihm einst wegen seiner Diabetes abgeraten hatte. Erst mit 36, nach einer Beziehungskrise, erfüllte er sich seinen Berufswunsch doch noch. Dem Gärtnern blieb er treu – mit seinen wilden Blumenaussaten. Daniela Schwegler

Subversive Gärtner Guerillagärtnerei nennt sich die Bewegung, die mit dem Aussäen von Pflanzen im öffentlichen Raum politischen Protest äussert. Anfangs wirkten die urbanen Gärtner im Illegalen. Heute sind sie mancherorts durchaus akzepiert, und die Stadtbevölkerung freut sich über die unerwartet spriessenden Blumen. www.maurice-maggi.ch

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der florale Anarchist von Roland Achini

17.12.2009 | Blumengraffiti | Guerilla Gardening

 

Floraler Anarchist    Film von Roland Achini

 

 

Einmalige öffentliche Vorführung in Zürich

 

SAMSTAG 30. JANUAR 12 UHR IM KINO

RIFFRAFF 1

 

Langstr./Neugasse 8005 Zürich

 

     
floraler Anarchist

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Mitten in der Stadt blüht es – dank Anarcho-Gärtner

01.07.2009 | Blumengraffiti | Presse

Zeitungsbericht im Tages Anzeiger

Von Lorenz Schmid.


Die Rabatten unter den Zürcher Bäumen wären ohne sie kahl: Einige Zürcher bepflanzen die Grünflächen unter Strassenbäumen oder säen Blumensamen. Die Stadt begrüsst das bunte Treiben.

 

In Zürich-Aussersihl um die Bäckeranlage wachsen unter vielen Strassenbäumen Malven. Diese werden seit 25 Jahren von Maurice Maggi an Strassenrändern, auf Plätzen und an Grasborden in der Stadt gesät. Mit seiner Aktion wurde er stadtbekannt. Er hielt sogar Referate zu seiner «floralen Anarchie».

 

Mittlerweile haben auch andere Zürcher die Rabatten um die Bäume als Ersatzgarten entdeckt und bepflanzen die sogenannten Baumscheiben mit Blumen. Bei Grün Stadt Zürich lässt man die Hobbygärtner gewähren. Schliesslich sind bepflanzte Rabatten wesentlich schöner als ungepflegte. Max Ruckstuhl, Leiter der Fachstelle Naturschutz bei Grün Stadt Zürich, macht in der Zeitschrift «Grünzeit» jedoch darauf aufmerksam, dass die biologische Vielfalt gewahrt werden müsse. Gerade die Malve sei ein Gewächs, das in Zürich nicht heimisch sei. «Gerne würde ich Maurice Maggi einheimisches Saatgut zur Verfügung stellen», sagt Ruckstuhl.

 

Aktiv fördern will Grün Stadt Zürich das Bepflanzen von Baumscheiben allerdings nicht, weil dabei im empfindlichen Wurzelraum des Baumes gegraben wird. Sollte jemand trotzdem eine Baumscheibe pflegen wollen, kann er sich an die Grünflächenverwaltung des Quartiers wenden, um Tipps zu erhalten (siehe Box).

 

Pflanztipps (Box)

Bei frisch gepflanzten Bäumen eignen sich Einjahresblumen wie Begonien, Tagetes oder Kapuzinerkresse. Auch eine Einsaat mit einer Wildblumenwiese bietet sich an. Der Arbeitsaufwand ist dabei geringer. 

Bei älteren Bäumen mit vielen Wurzeln empfiehlt Grün Stadt Zürich Frühlingsblüher wie Krokusse, Narzissen oder Tulpen. Auch hier kann eine mehrjährige Wiese gesät werden.

 

 

Link zum Tages Anzeiger Artikel vom 1.Juli 2009

 

 

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